Hallo Eluna,
um das Gewicht Deiner Stute genau zu bestimmen, wäre eine Waage die beste Variante, da sich auch Profis mächtig verschätzen können! Diese Variable ist nicht nur für die Festlegung der Futterration wichtig sondern bringt auch den Vorteil, dass Du z. B. die Wurmkur nicht unterdosierst.
Es gibt aber noch eine andere Variante, nämlich eine ungefähre Berechnung auf Basis des Rippen-/Bauchumfangs (Messlinie Widerrist / Ellbogenhöcker) in cm (hoch 2) und der Körperlänge (Messlinie vom Buggelenk / Sitzbeinhöcker) in cm. Diese Maße nimmst Du mal. Das Ergebnis teilst Du durch 11900 (keine Ahnung weshalb, hab ich so gelernt

). Eine Toleranz von 10 % muss in Betracht gezogen werden (macht aber den Kohl nicht mehr allzu fett

).
Grundsätzlich ist Heu die wichtigste Komponente in unserer Pferdefütterung. Unsere Großen bekommen mindestens 1 kg pro 100 kg Körpergewicht. Die Kleinen "ad libidum". Stroh füttern wir nicht noch extra zu (die schlafen da drauf

). Dazu bekommen sie täglich eine bedarfsgerechte Kraftfutterration, aufgeteilt in zwei Mahlzeiten. Sogar unsere Mädels, die zur Zeit nicht tragend sind und auch nicht geritten werden, bekommen abgestimmt auf den Grundumsatz (Erhaltung) und zur Deckung des Mineralstoffbedarfs Ihre Mahlzeiten.
Generell geht der Trend zurück zu Hafer / Gerste plus Mineralfutter. Eine mit uns bekannte Züchterin meinte mal: Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass Pferde Müsli und Pellets fressen, würden sie auf Bäumen wachsen

. Wir füttern Mischfutter und Müsli und unseren Pferden geht's prima. Insofern bleiben wir - gemäß dem sinnigen Spruch - never change a running system - bei unserem bewährten Futterplan.
Mash würde ich nie als Hauptfutter priorisieren sondern nur in Ausnahmefällen füttern.
Die Leckerlies gibt's "gratis" dazu

.
Wichtig ist auch zu wissen, was für eine Art Futterverwerter Dein Pferd ist... Beispiel: Bei rehegefährdeten Pferden sieht die Fütterung ganz anders aus als bei kerngesunden... schwerfuttrige bekommen mehr als leichtfuttrigen.... Wenn Du nun vorhast, Deine Stute mit Kraftfutter zu füttern musst Du bedenken, dass Du es mit einer kompletten Futterumstellung zu tun hast, d. h. Du musst mit winzigen Mengen anfangen, die Du sukzessive steigerst. Der Magen-Darm-Trakt unserer Equiden ist auf plötzliche Umstellung (Futter und Menge) nicht "ausgelegt" und kann schnell mal überreagieren...
Mit der Größe kannst Du vorerst weniger anfangen. Aus der Luft gegriffenes Beispiel: Ein Deutsches Reitpony verwertet gegebenenfalls anders als ein Isländer bei gleichem Stockmaß... Ein Pferd das täglich intensiv gearbeitet wird bekommt mehr, als eines, das auf der Weide steht oder mit Ausritten bei Laune gehalten wird.
Du wirst Dich eventuell nicht komplett auf die Theorie verlassen können, sondern Dich mit kleinen Schritten vortasten müssen, um mit der Zeit ein Gefühl für die richtige Ration zu bekommen.
Grundsätzlich ist eine Überfütterung an KRAFTfutter und Mineralstoffen (nicht Raufutter) für die Gesundheit auf lange Sicht abträglicher als
kurzfristig zu wenig... Du siehst ja, wenn Dein Pferd abgenommen hat und passt die Menge dann an.
Es gibt einige Bücher, auf die ich sehr gerne zurück greife. "Die Bibel" wurde vom "Fütterungspapst" himself

, Helmut Meyer, verfasst. Weit weniger kompliziert, aber dennoch effizient, ist die Zusammenfassung von Ingolf Bender...
Das wären aus meiner Sicht die Basics... für die professionelle Variante müsstest Du u. a. noch Dein Heu prüfen lassen, um die optimale Zusammenstellung hinsichtlich Mineralstoffe heraus zu finden... Wie ich schon sagte: eine Wissenschaft für sich
Liebe Grüße
Woogey