Huhu,
ich bestrafe mein Pferd eigentlich auch nie. Hab ich in einem anderen Thread schon geschrieben, das Ausbleiben von Lob ist schon Strafe genug.
Nur beim Hufkratzen hat er letztens einmal nach mir getreten, dafür hab ich ihm dann in die Schulter vom "bösen Bein" geboxt. (Nicht so, dass er jetzt vor Schmerz umfällt, aber doch spürbar. Das Leitpferd würde ja bei sowas richtig heftig austreten). Und wenn er brav die Hufe gibt, dann bekommt er er besonderes Lob, also mit Streicheln, Kraulen, Stimme etc.
Das wichtigste dabei ist Konsequenz. Man darf nicht heute etwas erlauben, was man morgen bestraft. Du musst Dich wirklich immer gleich gegenüber dem Pferd verhalten, darfst nicht mal ein Auge zudrücken oder so. Damit wird das Pferd verunsichert, es fragt sich dann, darf es das nun oder nicht.
Außerdem stellt man sich dann nur in eine "halbranghohe" Position. Die ist weitaus gefährlicher für ein Pferd als eine rangniedrige Position. Denn das Pferd merkt hier, dass du manchmal ranghoch bist, manchmal aber nicht. Also muss es auf dich aufpassen, um zu schauen, siehst du jetzt den Feind oder nicht? Das ist ziemlich stressig für ein Pferd, weil es sich bei Dir nie sicher fühlen kann.
Wärst Du rangniedrig, könnte das Pferd besser damit leben, weil es dann eben selbst nach Raubtieren schaut. Aber so halbranghoch ist es für das Pferd ziemlich gefährlich.
Man geht ja auch nicht zu einem halb schlauen Arzt, da weiß man ja nicht, hab ich nun was schlimmes oder bin ich gesund?
Du musst also für dein Pferd in erster Linie berechenbar werden. Es muss immer wissen, wie Du in welcher Situation reagieren wirst. Denn wenn Du mal unerwartet reagierst, dann könnte es sein, dass gleich geflüchtet wird, verstehst Du wie ich das meine?
Hin und wieder testet ein Pferd allerdings aus, wo seine Grenzen liegen. Es fragt damit sozusagen, Hey, Boss, passt Du auch auf mich auf? Denn wenn Du nichtmal auf das Pferd aufpassen kannst, also wenn es "aus Langeweile" Eimer umwerfen darf, den Strick zerkauen darf etc. dann kannst Du auch nicht auf Raubtiere achten. Dadurch kommt man wieder in diese gefährliche halbranghohe Position.
Aber das kommt mit der Zeit, wenn man das Pferd kennen gerlernt hat.
Ach nochwas, ein Pferd hat ein Gedächtnis von ungefähr 7 Sekunden. Das heißt nicht, dass es ständig nach 7 Sekunden vergisst, wer es ist und wo es grad steht, sondern dass ein Lob oder eine Strafe innerhalb von 7 Sekunden nach der "Tat" kommen muss. Kommt es später, kann das Pferd das Verhalten nicht mehr mit dem Lob oder der Strafe verbinden und es weiß nicht, wofür es jetzt bestraft oder gelobt wurde.
Wegen dem Gurten:
Ich mache das immer nach ein und dem selben Schema (auch wegen der o.g. Berechenbarkeit):
Wenn der Sattel richtig liegt, dann gurte ich ins 1. Loch, also sehr locker.
Dann wird getrenst, danach gurte ich ins 2. Loch.
Dann gehts meist auf den Platz, da wird dann erstmal eine Runde geführt, damit das Pferd sich nochmal strecken kann. Dann vor dem Aufsitzen erst wird richtig gegurtet. Ich lasse aber grundsätzlich gegenhalten beim Aufsitzen, damit ich nicht gleich so knall eng gurten muss. Das Gewicht verteilt sich ja dann beim Aufsitzen gleich besser und der Sattel kann nicht rutschen. Und nach 10-15 Minuten Reiten wird nochmal nachgegurtet.
Grüße,
Pega
Geändert von Pega16 (12.02.2009 um 09:22 Uhr)
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