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#1
Alt 11.02.2009, 21:53

Hallo an alle,
hier meine erste Frage.

Wie "bestrafe" ich ein Pferd richtig, wenn es was macht, dass es nicht soll.
Z.B. beim Striegeln, wenn es am Strick knabbert, oder wenn er zwicken will.
mimi80 ist offline   Mit Zitat antworten
#2
Alt 11.02.2009, 22:01
Rey

Ach du meine Güte... da gibt es viele verschiedene Auffassungen...

Ein stimmliches Kommando sollte nie fehlen.
Also ein Strenges NEIN, mit viel Nachdruck.

Weiterhin kommt es auf die Art des Vergehens an.
Wenn ich gezwickt werde zwicke ich meistens zurück.

Am Strick knabbern...öhm würde ich den Strick ausm Maul holen und wieder NEIN sagen, ruhig auch mit dem Namen des Pferdes davor.

Wie gesagt, es kommt stark auf das "Vergehen" an um die darauf angemessene "Strafe"
festzulegen!


Im Allgemeinen bin ich eher für die Positive Konditionierung. D.h wenn es irgendwie geht ignoriere ich das unangemessene Verhalten einfach und belohne das Richtige.


War das eine allgemeine Frage oder hast du ein konkretes Problem?

Geändert von Rey (11.02.2009 um 22:08 Uhr)
Rey ist offline   Mit Zitat antworten
#3
Alt 11.02.2009, 22:08
Fussel

Also "Bestrafungen" finde ich auch relativ.
Ich war zum Beispiel letztens mal wieder seit langem bei meineer ehemaligen Reitbeteiligung. Sie wollte mich wohl austesten und hat getreten als ich sie unter dem Bauch gestriegelt habe. Sie hat Probleme mit aufgurten (Vorgeschichte), das weiß ich. Aber cih kenne sie seit mehr als 5 Jahren und weiß, das sie beim striegeln keine Probleme und auch keine Schmerzen hat. Da hab ich ihr leicht eine "geklatscht". Nicht so das es weh tut, aber das es ihr klar macht, dass sie es nicht darf. Sowas ist nämlich sau gefährlich. Danach gab es keine Probleme und sie war zutraulich wie eh und je.

Ansonsten halte cih in den meisten Fällen nicht viel von "klatschen" oder "hauen" zum Bestrafen. auch wenn viele meinen die Pferde können das ab.
Wie Rey schon meinte ein unterbinden und ein gezieltes Nein tun es auch! Kommt halt immer auf die Situation drauf an.
  Mit Zitat antworten
#4
Alt 11.02.2009, 22:21

Ich bin auch nicht für Schläge, deshalb meine Frage.
Hatte am Di meine erste Reitstunde seit Jahren in einem neuen Stall und war/bin noch etwas unsicher in meinem Verhalten.
Ich hab das warscheinlich älteste+erfahrenste Schulpferd bekommen.
Beim Striegeln zupfte er am Strick und das Mädel neben mir gab ihm einen Klaps aufs Maul. Fand ich nicht so gut, zumal es in dem Moment ja MEIN Pferd war.

Beim Gurten hatte er dann in das gezwickt, was gerade vor ihm war. Wie ich danach erfuhr hat er generell ein Problem beim Gurten (Sattel).

Ich möchte bei meiner nächsten Reitstunde mich sicherer in meinem Verhalten fühlen und dies auch dem Pferd übermitteln, damit es nicht meint, es könne mit mir alles machen.

Geändert von Rey (11.02.2009 um 22:29 Uhr)
mimi80 ist offline   Mit Zitat antworten
#5
Alt 11.02.2009, 22:27
Rey

Naja..ich handhabe es so wie Fussel es sagte, wenn meine Stute mich treten will bekommt sie auch nen Klapps...das würde das ranghöhere Pferd sich ja auch nicht gefallen lassen.

Wenn es nur den Strick anknabbert...naja Strick ausm Maul und laut und deutlich NEIN sagen.
EIn Klapps aufm Maul is da etwas übertrieben. Wenn es mich jetzt Beißen wollte wäre das wohl etwas anderes, da käme durchaus ein Klapps oder ich würde zurück"beißen".

Ich reagiere allerdings auch bei meinen Reitschülern wenn die das nicht merken, bekommt das Pferd auch von mir die Strafe!
Rey ist offline   Mit Zitat antworten
#6
Alt 11.02.2009, 22:35
Fussel

Es ist halt ein Unterschied ob das Pferd dir gegenüber Respektlos ist, oder ob es einfach "irgendwas" tut. Denn woher soll ein Pferd denn immer wissen was falsch ist und was nicht?
Gerade an den Nüstern sind sie extrem empfindlich, da würde cih nicht unbedingt hinhauen. Musste cih nur einmal, weil ein Pferd sonst die uhr einer Freundin verschluckt hätte

Wie gurtet ihr denn an?
In den meisten Fällen kann sowas ein erfahrener Pferdebsitzer beheben mit training.
Meine ehemalge RB-Stute wurde Jahre lang vom Vorbesitzer mit falschem Sattel geritten, hatte immer Schmerzen. Dann kam bei uns ein richtiger Sattel drauf, aber die ehemalige Reitbetiligung aht sie wohl immer zu heftig angegurtet. SIe ist später vom Stalll geflogen, aber der Schaden saß zu tief.
Ich habe 5 Jahre lang mit ihr geübt, sie hat einfach zu sehr Angst vor den Schmerzen! Früher hat sie getreten und gebissen. Heute beißt sie nicht mehr und tritt nict mehr gezielt nach der Hand nur manchmal sich selbst unter den Bauch. Man muss halt vorsichtig sein und sie loben wenn sie ruhig ist. Aber ihre neue RB schimpft immer, was gar ncihts bringt. Sie hat sowieso schon stress, und dann auch noch schimpfen?! Da wird sie nur noch wilder, was das Mädel auch abbekommt.

Aber es gibt auch Pferde die zicken, weil sie keine Lust haben und den Reiter austesten. Aber ich denke das kann man als ANfänger nicht erkennen.

Gehe nächstes mal einfach souverän zum Pferd, wenn es was macht was du nicht willst lass dich nciht einschüchtern sondern sag präzose "Nein" und unterbrech die Handlung.
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#7
Alt 11.02.2009, 23:24

Vielen Dank für eure Antworten. Versuche nächstes mal selbstbewusster auf das Pferd zuzugehen und werde beim Satteln erst lockerer gurten und dann wenn er die Luft draußen hat nochmal nachgurten und dann nach dem Aufsitzen schaun ob alles i.O. ist. Danke erst mal.
mimi80 ist offline   Mit Zitat antworten
#8
Alt 11.02.2009, 23:26
Rey

Zitat:
mimi80 Beitrag anzeigen
werde beim Satteln erst lockerer gurten und dann wenn er die Luft draußen hat nochmal nachgurten und dann nach dem Aufsitzen schaun ob alles i.O. ist. Danke erst mal.

So sollte das auch sein! Immer in kleinen Schritten gurten!
Rey ist offline   Mit Zitat antworten
#9
Alt 12.02.2009, 07:01
Fussel

Oh ja das sollte man Sonst passiert nämlich genau das, was mit meiner süßen passiert ist: Angst vor dem Gurt.
Geh bei sowas immer ganz langsam ran, oder willst du von jetzt auf gleich einen Gürtel total eng gedonnert bekommen?
  Mit Zitat antworten
#10
Alt 12.02.2009, 09:19

Huhu,

ich bestrafe mein Pferd eigentlich auch nie. Hab ich in einem anderen Thread schon geschrieben, das Ausbleiben von Lob ist schon Strafe genug.
Nur beim Hufkratzen hat er letztens einmal nach mir getreten, dafür hab ich ihm dann in die Schulter vom "bösen Bein" geboxt. (Nicht so, dass er jetzt vor Schmerz umfällt, aber doch spürbar. Das Leitpferd würde ja bei sowas richtig heftig austreten). Und wenn er brav die Hufe gibt, dann bekommt er er besonderes Lob, also mit Streicheln, Kraulen, Stimme etc.

Das wichtigste dabei ist Konsequenz. Man darf nicht heute etwas erlauben, was man morgen bestraft. Du musst Dich wirklich immer gleich gegenüber dem Pferd verhalten, darfst nicht mal ein Auge zudrücken oder so. Damit wird das Pferd verunsichert, es fragt sich dann, darf es das nun oder nicht.
Außerdem stellt man sich dann nur in eine "halbranghohe" Position. Die ist weitaus gefährlicher für ein Pferd als eine rangniedrige Position. Denn das Pferd merkt hier, dass du manchmal ranghoch bist, manchmal aber nicht. Also muss es auf dich aufpassen, um zu schauen, siehst du jetzt den Feind oder nicht? Das ist ziemlich stressig für ein Pferd, weil es sich bei Dir nie sicher fühlen kann.
Wärst Du rangniedrig, könnte das Pferd besser damit leben, weil es dann eben selbst nach Raubtieren schaut. Aber so halbranghoch ist es für das Pferd ziemlich gefährlich.

Man geht ja auch nicht zu einem halb schlauen Arzt, da weiß man ja nicht, hab ich nun was schlimmes oder bin ich gesund?

Du musst also für dein Pferd in erster Linie berechenbar werden. Es muss immer wissen, wie Du in welcher Situation reagieren wirst. Denn wenn Du mal unerwartet reagierst, dann könnte es sein, dass gleich geflüchtet wird, verstehst Du wie ich das meine?

Hin und wieder testet ein Pferd allerdings aus, wo seine Grenzen liegen. Es fragt damit sozusagen, Hey, Boss, passt Du auch auf mich auf? Denn wenn Du nichtmal auf das Pferd aufpassen kannst, also wenn es "aus Langeweile" Eimer umwerfen darf, den Strick zerkauen darf etc. dann kannst Du auch nicht auf Raubtiere achten. Dadurch kommt man wieder in diese gefährliche halbranghohe Position.
Aber das kommt mit der Zeit, wenn man das Pferd kennen gerlernt hat.

Ach nochwas, ein Pferd hat ein Gedächtnis von ungefähr 7 Sekunden. Das heißt nicht, dass es ständig nach 7 Sekunden vergisst, wer es ist und wo es grad steht, sondern dass ein Lob oder eine Strafe innerhalb von 7 Sekunden nach der "Tat" kommen muss. Kommt es später, kann das Pferd das Verhalten nicht mehr mit dem Lob oder der Strafe verbinden und es weiß nicht, wofür es jetzt bestraft oder gelobt wurde.

Wegen dem Gurten:
Ich mache das immer nach ein und dem selben Schema (auch wegen der o.g. Berechenbarkeit):
Wenn der Sattel richtig liegt, dann gurte ich ins 1. Loch, also sehr locker.
Dann wird getrenst, danach gurte ich ins 2. Loch.
Dann gehts meist auf den Platz, da wird dann erstmal eine Runde geführt, damit das Pferd sich nochmal strecken kann. Dann vor dem Aufsitzen erst wird richtig gegurtet. Ich lasse aber grundsätzlich gegenhalten beim Aufsitzen, damit ich nicht gleich so knall eng gurten muss. Das Gewicht verteilt sich ja dann beim Aufsitzen gleich besser und der Sattel kann nicht rutschen. Und nach 10-15 Minuten Reiten wird nochmal nachgegurtet.

Grüße,

Pega

Geändert von Pega16 (12.02.2009 um 09:22 Uhr)
Pega16 ist offline   Mit Zitat antworten
#11
Alt 12.02.2009, 20:18

Nein ist wirklich super sage ich immer, wenn das Pferd den Kopf (unangenehm) an mir reibt oder so. Auch bei ungezogenem Hufeheben ist das gut. Mal ein Klaps hat noch kein Pferd umgebracht (entweder flache Hand oder gerte). Wenn mein Pferd beim Spazieren gehen frisst, zieh ich am Strick kurz und ruckartig an.

Pega hat sehr schön zusammengefasst, was ich auch in meinem Kurs (hab ich auch schon i.wo beschrieben?) gelernt habe.
Dakotaaa ist offline   Mit Zitat antworten
#12
Alt 12.02.2009, 21:43

Hallo, Ich mache das so wie Rey und Fussel es gut beschrieben haben.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass es am Anfang mal öfters einen Klaps gab. Als Henry noch ständig seine Grenzen getestet hat. Ignorieren hat in da nämlich nicht im geringsten gestört und ich war teilweise in relativ großer Gefahr. Jetzt wo er sie kennt brauche ich selten bestrafen. Ich denke die härte der Strafe kommt auch sehr aufs Pferd an. Du kannst einem Pferd das tierische Angst vor Schlägen mit der Hand hat, nicht mal eben eine Klatschen. Das würde es wahrscheinlich nicht mal als Strafe sehen, sondern als Angriff.
Achja, (falls es noch nicht gesagt wurde) immer sofort bestrafen.. Man sagt höchstens 7 sek. nach der "Schandtat"
Judy1990 ist offline   Mit Zitat antworten
#13
Alt 21.02.2009, 18:48

ALso bestrafen würde ich so wie Rey und Fussel schon gesagt haben.. Nur meine Frage ist da was macht ihr wenn ihr auf die Weide geht euer Pferd holen wollt und ein anderes kommt auf euch zu galoppiert und fängt vor euch an zu steigen und will euch ansteigen wie macht ihr das?
Ich war einmal in dieser Situation und muss sagen ich hatte Angst richtig Angst bis mein Reitlehrer kam das sah und ihm die Longe entgegen warf es nix half.. Weg rennen ging auch nicht.. Dann kam er mit der Peitsche und hat ihm eine auf den Hals gegeben und dann war er auch schnell unten und verschwunden aber hätte der Wallach mich verletzt wollte er das?
Snoopymaus ist offline   Mit Zitat antworten
#14
Alt 21.02.2009, 19:01
Fussel

Snoopy in so einer Situation bleibt einem halt nichts anderes übrig als zur Peitsche oder was auch immer man gerade hat zu greifen.
Bei uns würde das kein Pferd machen, aber es kommt manchmal zu brenzligen SItuationen wenn sie auf dem Paddock sind und dann gegenseitig mal auskeilen. Da klatsche ich ihnen auch mal einen mit dem Strick den man ja auf dem Paddock/Weide immer dabei hat. Aber sowas geht schlicht und ergreifend zur eigenen Sicherheit!

Allerdings haben bei uns eigentlich alle Pferde (nur bei Neulingen muss man aufpassen) immer genug Respekt vor dem Menschen - und das nicht durch Schläge )
  Mit Zitat antworten
#15
Alt 21.02.2009, 19:06
Rey

In so nem Fall darfst du dich nicht kleinmachen, so schwer es auch fällt!

Großmachen, Arme hoch und notfalls anschreien.
So bist du nämlich das Raubtier und kein pferdiger Eindringling, und das Pferd wird, gemäß seinen Instinkten die Flucht ergreifen.

Aber in so einem Fall würde ich wohl nehmen was ich krieg...denn ganz ehrlich, bei sowas ist mir meine Unversehrtheit mehr wert als die Psyche eines offensichtlich aggressiven Pferdes!
Rey ist offline   Mit Zitat antworten
#16
Alt 21.02.2009, 19:07

Ja ist bei uns eigentlich auch so nur der war neu und kannte den nicht keiner sagte mir das der bei den anderen auf der Weide steht und ich denke der trägt nicht um sonst den Namen Teufel.. Ich hatte Glück ne Freundin von mir nicht ganz so viel der hat er das Schlüsselbein gebrochen..
Snoopymaus ist offline   Mit Zitat antworten
#17
Alt 01.04.2009, 14:07

ich denke am strick kaunen ist einfach eine langeweile wobei ein austreten schon was anderes ist!

bei meiner herde bin ich der chef, wenn ich zb mit nem schubkarren heu komme und alle meinen sie müssten sich mir in weg stellen dann bekommen sie mit der faust eine auf die brust! hört sich sehr brutal an ist es abe rnicht, ihr solltet mal sehen wie ne leitstute mit den anderen umgeht die ihr nciht weichen! ich halte mich meistens an das was pferde bzw leitpferd in der natur auch tun würden!
ulla ist offline   Mit Zitat antworten
#18
Alt 02.04.2009, 14:23
Rey

Das was du beschreibst ulla ist das Verhalten innerhalb der Herde, auf dem Paddock.
Dort mal so nen Puffer zu setzten ist völlig akzeptabel, dort stehen sie ja im kompletten Herdenverbund und als kleiner Mensch muss man sich durchsetzten.

Am Anbinder usw, wo das Pferd ja im Prinzip (!) vom Rest seiner Herde getrennt ist greife ich nur äußerst selten und ungern darauf zurück.

Ein Pferd verhält sich im Paddock innerhalb der Herde einfach anders als am Anbinder.
Ein Grund warum bei uns kein Schüler einfach so in den Paddock darf.
Rey ist offline   Mit Zitat antworten
#19
Alt 02.04.2009, 14:33

ja das stimmmt ich bin au immer der ersteroder mein mann der in den stall geht meine sind ja immer draussen
ulla ist offline   Mit Zitat antworten
#20
Alt 05.04.2009, 19:49
Fussel

Hatte heute mal wieder ein super Beispiel für das Unterschiedliche Verhalten auf dem Paddock und Putzplatz.
Ich und die Stallbesi wollten die Pferde vom Paddock hoch holen. Am anfang gibts immer gezicke welches zu erst darf, und wie immer Leitwallach und Leitstute Danah waren sie sich wohl schon nicht mehr ganz so einig und wir mussten echt aufpassen nicht in die Streiterein zu kommen. Am Ende waren halt noch ein ganz junges und nen Kaltblüter da. Die beiden waren sich richtig am zoffen (das junge hat wohl genau da probier seine Stelung auszutesten) und die zwei sind richtig gegen den zaun gerast und hätten uns auch ohne Probleme umgerannt. Da bleibt einem auch nichts übrig als sich erst mit der Pitsche Respekt zu verschaffen (nicht schlagen, aber es macht einfach respekt) und danach ruhig mit nen paar kräftigen "boxern" auf die Brust dafür Sorgen das man gar nicht erst umgerannt sind. Am Putzplatz oder in der Box wären die niemals so!
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pferd, richtig, strafe

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